Achtsamkeit in der Stadt. Herzensgruß. Foto: Ideenfülle

Neulich…Unerwartet

Neulich auf dem Weg durch eine Stadt. Ein unerwarteter Gruß. Weiterlesen

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Neulich…von Herzen

Wir können wählen, wie wir in die Welt schauen. Heute ist mir mal wieder aufgefallen, wie schnell ich das vergesse, wie schnell ich meine Sichtweise von der anderer trüben lasse. Inspiriert von Julia von freudenwege und von Heidrun von Frauenseele daher ein liebevoller Schubs, für die unpassende Brille 🙂 Weiterlesen

Kennst du die Handschrift deiner Freunde? Von der Macht des Briefeschreibens.

Gerade lese ich einen wunderbaren Roman, in dem es um das Briefeschreiben geht. Er hat mich gefunden: Vorgestern bin ich mit dem Gedanken an ein inspirierendes Buch in die Bibliothek gegangen – und gleich in einem der ersten Regale war es gut sichtbar für mich ausgelegt.

„Der schönste Grund, Briefe zu schreiben“ von Ángeles Doñate spielt nicht etwa im Mittelalter, er erzählt vom Jetzt. Von der versuchten Rettung eines Postamtes, versteckt in einem Tal in Spanien. Davon, was es mit einem macht, Briefe zu schreiben und was es bedeutet, selbst einen zu empfangen. Davon, welche (unscheinbare) Macht sie haben.

Wann hast du zuletzt einen Brief geschrieben oder bekommen?

Einen echten. In Handschrift verfasst. Vielleicht an einigen Stellen ein wenig verwischt, wo die Hand des Schreibers/der Schreiberin über die Tinte gewischt ist oder Tränen gefallen sind. Papierseiten, die von der Persönlichkeit des Schreibers/der Schreiberin erzählen, ausgedrückt in der Wahl des Papiers und durch die Handschrift. Vielleicht saubere und ordentliche Zeilen, vielleicht wilde und verwege, die in Wellen über das Paier rollen.

Die Kraft von Briefen ergibt sich aus ihrer Persönlichkeit.

Der letzte Brief, den ich vor gar nicht langer Zeit bekommen habe, war sehr kraftvoll. Er war berührend, erzählte von Freundschaft und versuchte, zu erklären. Sein Weg war nicht weit, bloß einmal durch die Stadt. Die letzten Briefe, die ich geschrieben habe, erzählten von Verbundenheit, versuchten zu Antworten, stellten aber auch klar. Ein paar Tränen sind auch geflossen, vielleicht auf beiden Seiten. Ich denke, eine E-Mail oder eine Sprachnachricht wäre nicht so kraftvoll und berührend gewesen.

Nicht nur das Lesen eines Briefes macht etwas mit einem, auch das Schreiben. Es ist anders, einen wirklichen Brief zu schreiben, als einen virtuellen zu verfassen. Man wählt Papier und Umschlag für den Empfänger aus, man überlegt sich die Zeilen, sieht zu wie sie entstehen. Es ist ein bewusster Vorgang. Am Ende bekommt der Leser ein Stück von einem selbst, das in seiner Art, seiner „Handschrift“, einzigartig ist. In Zeiten von WhatsApp, E-Mail, SMS und sozialen Netzwerken geht uns das unmerklich verloren.

„Niemals wird eine Träne eine E-Mail verwischen.“

Wird ein kluger Mensch namens José Saramago in dem Roman zitiert. Ich finde, das bringt es ziemlich gut auf den Punkt. Ich habe das Buch noch nicht zu Ende gelesen, aber die ersten Kapitel haben mich inspiriert, auch zum Stift zu greifen. Ich freue mich darauf, die Karte oder scouting-1146330_1920den Papierbogen für den Epmfänger/die Empfängerin auszusuchen, die Worte zu wählen und mir vorzustellen, wie er/sie den Postkasten öffnet und mal keine Rechnung findet, sondern etwas Persönliches.

Kenns du die Handschrift deiner Freunde? Nein? Vielleicht kanntest du sie einmal und hast sie vergessen? Kennen sie deine? Zeit, es rauszufinden…

Gibt es jemanden, an den du etwas schreiben möchtest? Antworten, Fragen, Wahrheiten, Erklärungen oder auch nur ein kurzes „Ich denke an dich“? Egal was, es wird etwas in Gang setzen. Was? Das kannst du nur rausfinden, indem du schreibst…

Was sind deine Brieferlebnisse? Ich freue mich, wenn du deine Geschichten mit mir teilst.

Bildquelle: Andys/WenPhotos, pixabay